Arztwechsel

Nach einer langen Vorbereitung, die im Transitionsprozess von Deinem Kinderarzt und Dir gemeinsam geleistet wurde, kommt irgendwann der Zeitpunkt des Arztwechsels. Dieser Zeitpunkt sollte an Deine Lebenssituation angepasst sein und auch Deinen „Entwicklungsstand“ im Hinblick auf die Transitionsziele mit berücksichtigen.

 

Viele von uns hatten ein mulmiges Gefühl nach so langer Zeit beim Kinderarzt, den man gut kannte und der einen die ganze Krankheitsgeschichte über begleitet hat, zu einem anderen Arzt zu gehen. Doch in der Regel gewöhnt man sich langsam an den neuen Umgangston (zum Beispiel, dass aus Du ein Sie wird) und lernt diesen irgendwann auch zu schätzen.

 

In der modernen Erwachsenenmedizin kooperieren Arzt und Patient als gleichberechtigte Partner. Dein Arzt stellt Dir Therapiemöglichkeiten zur Auswahl - die Entscheidung liegt aber letztendlich bei Dir - und damit meine ich wirklich allein Dich. Natürlich berät Dein Arzt Dich weiterhin und gibt Dir bestenfalls Empfehlungen, genauso wie Du Dir Rat bei Deinen Eltern oder Freunden holen kannst.

 

An dieser Stelle solltest Du aber schon gelernt haben, dass nicht Deine Eltern für die Konsequenzen Deines Handelns verantwortlich sind. Ein Beispiel: „Meine Mutter hat mich heute Morgen nicht daran erinnert meine Tabletten zu nehmen, deshalb habe ich jetzt Schmerzen.“ oder „Ich habe heute Morgen  meine Tabletten vergessen, deshalb habe ich jetzt Schmerzen.“ Du möchtest wie ein Erwachsener behandelt werden – also verhalte Dich auch so und steh sowohl zu Deinen Entscheidungen als auch zu Deinen Fehlern. Denn die sind menschlich und passieren uns allen!