Das Vorstellungsgespräch

Für viele der absolute Horror. Doch spätestens wenn man sich für eine Ausbildung oder einen Beruf bewirbt, kommt man nicht drum herum.

Was gibt es da zu beachten? Und wie gehst du am besten mit deiner Erkrankung um? Wir haben einige Tipps und Tricks für Dich, damit Du entspannt ins nächste Vorstellungsgespräch gehen kannst.

Vor dem Gespräch

Terminbestätigung

Bestätige Deinen Vorstellungstermin, damit der Personalchef sicher sein kann, dass Du kommst.

 

Anfahrt planen

Zu spät kommen ist peinlich und verschafft keinen guten Eindruck. Also besser vorher schon einmal den Weg abfahren um einschätzen zu können, wie weit es ist und wie lange du brauchst. Aber: auch viel zu früh zu kommen, macht keinen guten Eindruck. Immer daran denken, dass der Personalchef auch andere Aufgaben und Termine hat, außer das Gespräch mit Dir. Die optimale Ankunftszeit ist ca. 10-15 Minuten vor dem Termin. Dann hast du noch genug Zeit den richtigen Raum etc. zu suchen.

 

Outfit planen

Überlege Dir rechtzeitig, was Du anziehen möchtest und wähle eine an die Branche angepasste Kleidung.

 

Informationen über den Betrieb

Suche Rahmendaten von der Website der Firma raus und überlege, warum Du gerade in diesem Betrieb arbeiten möchtest. Wenn der Betrieb nicht Deine erste Wahl ist, sind kleine Lügen hier erlaubt, da das oberste Ziel erst einmal ist, durch das Gespräch die Möglichkeit zu haben zu wählen.

 

Fragen überlegen

Nimm keine Fragen, die man offensichtlich auf der Website findet! Sie sollten möglichst einen Bezug zu Deiner eigenen Situation haben (z.B. Bewerbung für eine Ausbildung, Fragen zu Förderprogrammen für Auszubildende, usw.)

Im Gespräch

Der erster Eindruck

Er entsteht im Bruchteil einer Sekunde und wird beeinflusst durch die Haltung, Mimik, Aussehen, Blickkontakt, Händedruck, Geruch und Stimmlage.

 

Beim Eintreten

Klopfe und warte auf ein "Herein". Nachdem Du die Tür geschlossen hast, richte Deinen Blick auf Deinen Gesprächspartner. Stürme nicht ins Zimmer, sondern warte auf ein Zeichen das signalisiert, dass Du näher kommen sollst. Eine Aufforderung zum Händedruck geht vom Personalleiter aus.

 

Typische Frage nach den Schwächen

Hierbei solltest du deine Stärken als Schwäche verkaufen, wie zum Beispiel einen Hang zum Perfektionismus haben. Manchmal kann auch ein wenig Humor die Stimmung auflockern, z.B. eine Schwäche für Schokolade zu haben. Du solltest Schwächen erwähnen, an denen man schon gearbeitet hat oder die keine große Bedeutung für das Berufsfeld haben, z.B. Kreativität als Pilot.

 

Umgang mit der chronischen Erkrankung

Zu Beginn muss klargestellt werden: Einen bestimmten Weg gibt es hier nicht!

Jeder macht andere Erfahrungen und es kommt immer auf den Gesprächspartner an, ob es sinnvoll erscheint, von der Erkrankung zu berichten oder es nicht zu erwähnen.

 

Rein rechtlich bist Du nicht dazu verpflichtet deine Erkrankung anzugeben, sofern diese keinen Einfluss auf Deine zukünftige Tätigkeit hat.

Zwei Dinge sollten Dir jedoch bewusst sein: Wenn du einen Schwerbehindertenausweis (GdB) hast und die Vorteile davon nutzen möchtest, musst Du eine Angabe dazu machen. Nur wenn jemand von Deiner Erkrankung weiß, kann er Rücksicht darauf nehmen und Verständnis für eventuell auftretende, lange Krankheitsphasen haben

 

Viele Betroffene berichten, dass sie die Entscheidung, ob sie ihre Erkrankung erwähnen oder nicht, erst im Gespräch fällen - je nachdem, ob die Chemie stimmt. Die Entscheidung ist natürlich auch immer abhängig vom Beruf, für den Du Dich bewirbst. Überlege dir vorher, ob und inwiefern Du durch die Erkrankung eingeschränkt sein könntest.

 

Wenn du Deine Erkrankung erwähnst, überlege Dir eine authentische Präsentation. Es wird viele Fragen beim Personalchef hervorrufen, wenn Du einfach sagst: "Ach so, ich habe übrigens Rheuma und deshalb einen GdB von 50%." Du solltest Deine Erkrankung mit wenigen Sätzen umreißen können, damit sie nicht das Einzige sein wird, woran sich der Personalchef später erinnert.

 

Es gibt auch die Möglichkeit für Leute, die sehr aktiv mit ihrer Erkrankung umgehen, positive Eigenschaften mit der Erkrankung zu begründen.

Zum Beispiel: "Im Verhältnis zu meinen Altersgenossen bin ich sehr pflichtbewusst, weil ich durch meine rheumatische Erkrankung schon früh gelernt habe, wie wichtig es ist, bestimmte Dinge zu einem gewissen Zeitpunkt zu erledigen und Verantwortung zu übernehmen."